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Wenn der Strom aus der Steckdose kommt, dann ist er lebensgefährlich. Das liegt indirekt an der Spannung von 230 Volt. Die Spannung an sich ist für den Menschen nicht gefährlich, sondern der Strom der durch den Menschen fließt, sobald eine Spannung an ihn angelegt wird.
Als Faustregel gelten Ströme ab 50 mA als lebensgefährlich. Was nicht heißt, dass man nicht schon bei geringerer Stromstärke sterben kann. Der Mensch hat einen Widerstand von etwa 1000 Ohm (von Hand zu Hand). Somit fliessen bei 230 V:
I = 230V / 1000 Ohm = 230 mA
Also Finger weg von der Netzspannung.
Da die Fahrbahnleiter frei zugänglich sind, müssen Slotcars mit einer ungefährlichen Spannung betrieben werden.
Gebräuchlich sind Spannungen zwischen 12V und 18V nominal. Auf das nominal gehen wir noch ein.
Die Umsetzung der Netzspannung in die Fahrspannung erfolgt mit einem Netzteil. Die Netzteile die den analogen Starterpackungen beiliegen sind für gewöhnlich von einfachster Machart. Sie vereinen einen Trafo und meist einen Gleichrichter und einen Kondensator in einem Gehäuse.
Der Transformator (Kurzform Trafo) macht aus der Netzspannung von 230V Wechselspannung eine Wechselspannung in etwa in der Höhe der Fahrspannung.
Der Transformator besteht aus zwei Drahtspulen. Die eine ist mit der Netzspannung verbunden und wird somit von einem Strom durchflossen. Der Strom erzeugt, genau wie bei einem Motor, ein Magnetfeld. Durch die Wechselspannung ändert sich dieses Magnetfeld ständig. Das Magnetfeld wirkt auf die zweite Spule und induziert dort eine Spannung. Das geschieht, weil sich die Spule in einem Magnetfeld befindet das sich ändert. Da der Trafo nur wegen der Änderung des Magnetfelds funktioniert, kann ein Trafo nur mit wechselnder Spannung betrieben werden.
Die Anzahl der Wicklungen der beiden Spulen und die Dicke der Drähte bestimmen die Induktionsspannung und wieviel Strom dem Trafo entnommen werden kann.
Durch sogenannte Eisenkerne lässt sich die Effizienz des Trafos einfach und kostengünstig erhöhen und somit gibt es heute keine Trafos mehr ohne Eisenkerne.
Die Spule, die mit der Spannungsquelle verbunden wird, nennt man die Primärspule, die Spule, der die Spannung entnommen wird, nennt man Sekundärspule.
Ein Trafo hat ein paar wichtige Kenngrößen:
Nennfrequenz: Die Wechselspannung bestimmt die Magnetfeldänderung. Da die induzierte Spannung davon abhängt wie schnell sich das Magnetfeld ändert, muss man wissen für welche Frequenz (Änderungshäufigkeit) die angegeben Daten gelten. Da der Trafo am Stromnetz betrieben wird, sind wir nur an Trafos mit einer Nennfrequenz von etwa 50 Hz interessiert.
Die Nennfrequenz wird in Hertz (Hz) angegeben.
Nennleistung: Die Nennleistung gibt an welche Leistung der Trafo abgeben kann. Da im Trafo Verluste auftreten, nimmt er bis zu 50% mehr Leistung auf als er abgibt.
Die Nennleistung wird in Watt (W) oder Volt Ampere (VA) angegeben.
Primärspannung: Die Primärspannung gibt an für welche Eingangsspannung der Trafo ausgelegt ist. Für den Betrienb am Stromnetz muss die Primärspannung 230V betragen.
Primärstrom: Der Primärstrom gibt den Strom an, den der Trafo aufnimmt, wenn er die Nennleistung abgibt. Da im Trafo Verluste auftreten ist der Primärstrom höher als der theoretische Wert von Nennleistung / Primärspannung.
Sekundärspannung oder Nennspannung: Die Sekundärspannung ist die Spannung die an der Sekundärseite des Trafos anliegt, wenn er mit dem Nennstrom belastet wird.
Sekundärstrom oder Nennstrom: Der Sekundärstrom gibt die Höhe des Stromes an der fliesst, wenn der Trafo die Nennleistung abgibt.
Leerlaufspannung: Wird der Trafo nicht belastet, so gibt er nicht die Sekundärspannung ab, sonder die Leerlaufspannung, die zum Teil deutlich höher liegt. Vergleichbar zu einem Motor der unbelastet höhere Drehzahlen erreicht als belastet.
Größe, Gewicht, und Anschlussbelegung sind selbsterklärend.
Sicherheitszeichen: Jeder Trafo den man verwendet sollte auf Sicherheit geprüft worden sein. Geprüfte Geräte tragen die Logos der jeweiligen Prüfinstitute wie VDE, TÜV, CE, UL usw..
Ein tyischer "Hobby Slotcar Trafo" hat folgende Werte:
Nennleistung: Primärspannung: Primärstrom: Sekundärspannung: Sekundärstrom: Leerlaufspannung: |
8,5W 230V 50mA 14V 600mA 17V |
Es gibt auch Trafos mit mehr als zwei Spulen. Netz-Trafos haben häufig zwei Primärspulen. Für den Betrieb mit 230 V werden die Spulen in Serie und für den Betrieb an 115V parallel geschaltet.
Trafos mit mehr als einer Sekundärspule werden verwendet, wenn man entweder die gleiche Spannung unabhängig voneinander oder aber verschiedene Sekundärspannungen benötigt.
Gleichrichtung
An der Sekundärseite des Trafos steht nun eine ungefährliche zu den Motoren passende Wechselspannung bereit.
Da die Motoren aber mit Gleichspannung betrieben werden, muss die Wechselspannung in Gleichspannung gewandelt werden.
Dies geschieht mit einem Gleichrichter.
Der Gleichrichter ist meist Teil des Netzteils und befindet sich dann im gleichen Gehäuse wie der Trafo. Bei Scalextric Classic allerdings befindet sich der Gleichrichter in der Anschlussfahrbahn.
Es gibt verschiedene Arten der Gleichrichtung. Bei Slotcars werden ausschließlich Brückengleichrichter verwendet. Jeder Brückengleichrichter besteht aus 4 Dioden.
Die Dioden sind Halbleiter und haben eine begrenzte Strom- und Spannungsfestigkeit. So dass beim Eigenbau auf die richtige Wahl der Dioden geachtet werden muss. Auch sollte man Rennmotore nicht mit Anschlussfahrbahnen mit eingebauten Gleichrichtern verwenden, da diese nicht für Rennmotoren ausgelegt sind. Überhaupt ist beim Einsatz von Rennmotoren auf die Wahl des Netzteiles zu achten.
Auf der einen Seite geht eine Wechselspannung in den Gleichrichter und auf der anderen Seite kommt eine Gleichspannung heraus. Die Gleichspannung hat noch einen kleinen Anteil an Wechselspannung, weshalb ein Kondensator an den Ausgang des Gleichrichters angeschlossen wird, der diese "Restwelligkeit" weiter verringert.
Anschluss
Jetzt sind wir endlich soweit. Die Gleichspannung wird nun über den Handregler mit der Fahrbahn verbunden. Und los gehts.
Misst man eine Gleichspannung, so ist sie negativ oder positiv, je nachdem welchen Pol (Anschluss) man als Bezugspunkt wählt. Da man lieber mit positiven als mit negative Zahlen rechnet, legen wir den Bezugspunkt so, dass die gemessenen Spannungen positiv sind.
Der Pol, den wir als Bezugspunkt gewählt haben, nennen wir die Masse oder den Minuspol.
Den anderen Pol nennen wir Pluspol.
Einer der beiden Pole wird direkt mit dem einen Fahrbahnleiter verbunden. Dies ist ausser bei Carrera immer die Masse. Nur Carrera verwendet den Pluspol als ungeregelten Leiter.
Der andere, der geregelte Fahrbahnleiter, wird mit dem Ausgang des Handreglers verbunden.
Im Schaltbild sind zwei Handregler mit Potentiometer eingezeichnet.
Stellt man nun ein Auto auf die Fahrbahn und drückt den zugehörigen Regler, so erwartet man das nun alles so abläuft wie im Motorenkapitel beschrieben. Aber dem ist nicht so.
Bei all unseren bisherigen Betrachtungen gingen wir davon aus, dass die Versorgungsspannung sprich die Netzteilspannung sich nicht ändert. Bei einem einfachen Netzteil, wie sie den analogen Startpackungen beiliegen, ist dies aber nicht der Fall.
Wie oben erwähnt liefert der Trafo unbelastet eine Spannung in Höhe der Leerlaufspannung. Wird er mit dem Nennstrom belastet, liefert er nur noch die Nennspannung.
Wird nun also Vollgas gegeben fliesst sofort ein hoher Strom und der Motor fängt an zu Drehen. Durch den Strom fällt zum einen eine höhere Spannung am Potentiometer ab und zum anderen bricht die Spannung des Trafos ein. Zusätzlich beginnt die Induktionsspannung zu steigen. Durch all das sinkt der aufgenommenen Strom, aber das Drehmoment ist immer noch hoch genug um den Motor schneller drehen zu lassen. Durch die geringere Stromaufnahme steigt wieder die Spannung am Motor, da der Trafo weniger belastet wird und eine kleiner Spannung am Motor abfällt. Gleichzeitig steigt die induzierte Spannung. Irgendwann stellt sich ein Arbeitspunkt ein an dem die Trafospannung und der dem Trafo entnommen Strom konstant sind. Wichtig ist dass die Trafospannung unter der Belastung sinkt und dies einen Einfluss auf die Geschwindigkeit hat (weniger Spannung, weniger Drehzahl, geringere Geschwindigkeit).
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